Sieben Blicke im Seminar
Sieben Blicke lässt sich in Aus- und Weiterbildung, Supervision und Teamentwicklung einsetzen. Kostenlos, ohne Konto, ohne Vorbereitung. Die Gruppe führt die Übung parallel auf den eigenen Geräten durch. Besprochen werden anschließend die sieben Linsen, nicht die Fälle.
Darin liegt der Reiz für die Lehre: Alle haben dieselbe Struktur erlebt, und niemand muss etwas Persönliches preisgeben.
Was die Übung im Seminar leistet
Reframing lässt sich schwer erklären und leicht erleben.
Am schwersten fällt Lernenden erfahrungsgemäß die Trennung von Beobachtung und Deutung. Sieben Blicke erzwingt sie. Die Übung fragt zuerst nach einem Verhalten, das eine Kamera aufnehmen könnte, und weist unscharfe Beschreibungen zurück. Wer „sie ist respektlos“ eingibt, wird gebeten, es noch einmal zu versuchen.
Der zweite Ertrag ist die Vielzahl. Eine einzelne Umdeutung wirkt schnell wie ein Trick. Sieben nebeneinander machen sichtbar, was systemisch gemeint ist: Zu denselben Tatsachen passen mehrere Erklärungen, und die Frage ist nicht, welche stimmt, sondern welche Bewegungsraum verschafft.
Der dritte Ertrag kommt am Schluss. Fünf Lesarten gelten der beschriebenen Person, die letzten beiden der beschreibenden. Diese Umkehrung ist der Moment, an dem Reframing aufhört, eine Technik über andere zu sein.
Ablauf für eine Gruppe
1 · Einführung, 5 Minuten. Nenne die Grenze, bevor jemand die Seite öffnet: Die Übung ist für Alltagsärger gemacht, nicht für Leid. Sag außerdem, dass die Lesarten von einer KI nach einem festen systemischen Skript entstehen und dass nichts gespeichert wird.
2 · Parallele Durchführung, 5 Minuten. Alle öffnen die Seite auf dem eigenen Gerät und arbeiten still für sich. Wem nichts einfällt, nimmt eines der drei Beispiele auf der Startseite. Bitte ausdrücklich darum, keine echten Namen einzugeben.
3 · Kleingruppen, 10 Minuten, optional. Zu dritt: Welche Linse hat bei dir etwas geöffnet, welche ist abgeprallt? Gesprochen wird über Linsen, nicht über Fälle. Wer den eigenen Fall erzählen will, darf. Müssen muss niemand.
4 · Auswertung im Plenum, 10 Minuten. Sammle an der Tafel, welche Linsen als hilfreich erlebt wurden. Fast immer entsteht ein Muster: Die frühen Linsen wirken plausibel, die letzten beiden sind die unbequemen. Das ist der Einstieg in das eigentliche Thema.
5 · Übertrag, 5 Minuten. Welche dieser sieben Fragen kannst du morgen in einem Gespräch stellen, ohne dass es nach Methode klingt?
Gesamtdauer rund 30 Minuten ohne, 45 mit Kleingruppenphase. Die Übung selbst braucht davon drei.
Drei Zuschnitte, je nach Zeit
5 Minuten, der Einwurf. Nach einer Pause, als Übergang: Alle öffnen die Seite, geben ein Verhalten ein, tippen auf „Alle Blicke zeigen“ und lesen still. Eine einzige Frage ins Plenum: Welche der sieben hat dich überrascht? Keine Auswertung, kein Übertrag. Das wirkt als Erlebnis.
15 Minuten, die Reflexionsvariante. Einführung, parallele Durchführung, dann zu zweit: Welche Linse hat etwas geöffnet, welche ist abgeprallt? Zum Schluss sammelst du im Plenum nur die Linsennamen an der Tafel. Das reicht, um das Muster sichtbar zu machen.
45 Minuten, die Gruppenvariante. Der vollständige Ablauf oben, erweitert um einen Schritt: Nach der Auswertung bringt eine Person freiwillig ihren Fall ein, und die Gruppe arbeitet ihn gemeinsam noch einmal durch. Ohne die App, mit den sieben Linsen an der Tafel. Das ist der Moment, in dem aus der Übung Handwerk wird.
Für die Leinwand
Jetzt gemeinsam ausprobieren
sieben-blicke.abis-in-leipzig.de
Der Code führt direkt auf die Übung. Leg ihn auf die letzte Folie, bevor die Gruppe zu den Geräten greift. Das erspart das Diktieren der Adresse.
Die sieben Linsen
Auf dem Bildschirm ist die Reihenfolge gemischt, nur die letzten beiden stehen fest am Ende. Für die Auswertung ist die inhaltliche Ordnung nützlicher.
- Fähigkeit der PersonWas kann jemand, der sich so verhält? Ressourcenorientierung im engsten Sinn.
- Bedürfnis dahinterWelcher unerfüllte Wunsch könnte sich hier zeigen? Öffnet den Weg von der Bewertung zur Hypothese.
- Funktion fürs SystemWozu ist dieses Verhalten im Ganzen gut? Die klassisch systemische Frage. Sie irritiert am zuverlässigsten.
- Wirkung auf andereWas löst es bei den Umstehenden aus? Führt zur Zirkularität, ohne sie zu benennen.
- Mit einem AugenzwinkernDie humorvolle Übertreibung. Sie darf misslingen. Wenn sie trifft, löst sie am meisten.
- Dein möglicher NutzenWozu könnte diese Reibung gerade jetzt gut sein? Hier dreht sich die Übung.
- Warum gerade dichWarum trifft es dich so? Die unbequemste Linse und der Grund, warum es sieben und nicht fünf sind.
Für den Unterricht mit Stift und Papier funktionieren die Linsen auch ohne die App. Sie sind eine Ordnung bekannter systemischer Fragen, kein Betriebsgeheimnis. Was in der App liegt, ist die Anleitung, mit der das Modell sie formuliert. Die geben wir nicht heraus.
Was du vorher sagen solltest
Zwei Sätze reichen, aber sie sollten fallen.
Zur Grenze. Reframing ist für Ärger gemacht, nicht für Leid. Bei Gewalt, Übergriffigkeit, Sucht, bei Trauer, Krankheit und erlittenem Unrecht braucht es Benennen, Grenze und manchmal Hilfe von außen. Die App hält bei einigen dieser Themen von sich aus an. Verlass dich in der Lehre trotzdem nicht darauf, sondern sag es vorher.
Zur Maschine. Die sieben Lesarten schreibt ein Sprachmodell nach einem festen Skript. Das ist kein Makel, den man verschweigen müsste, sondern ein guter Anlass, über Hypothesenhaltung zu sprechen. Eine Deutung ist ein Angebot, gleich wer sie formuliert. Die Frage bleibt dieselbe: Passt sie zu den Tatsachen, und verschafft sie Bewegungsraum?
Datenschutz im Seminarkontext
Kein Konto, keine Anmeldung, keine Installation. Eingaben werden nicht gespeichert und nicht zu Trainingszwecken verwendet. Kein Tracking, keine Werbe-Cookies. Die Schriften liegen lokal, es werden keine Inhalte von Drittanbietern nachgeladen.
Für die Modellantwort wird der eingegebene Text an den Anbieter des Sprachmodells übermittelt. Daher die Bitte, keine echten Namen zu verwenden. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.
Quellenlage
Umdeutung als Interventionsform stammt aus der Kurzzeittherapie des Mental Research Institute in Palo Alto.
Paul Watzlawick, John H. Weakland, Richard Fisch: Lösungen. Zur Theorie und Praxis menschlichen Wandels. Bern 1974 (englisch: Change, New York 1974).
Die Frage nach der Funktion eines Verhaltens im Ganzen und die zirkuläre Betrachtung gehen auf die Mailänder Schule zurück.
Mara Selvini Palazzoli, Luigi Boscolo, Gianfranco Cecchin, Giuliana Prata: Paradoxon und Gegenparadoxon. Mailand 1975, deutsch Stuttgart 1977.
Die sieben Linsen selbst sind unsere Anordnung bekannter systemischer Fragen für den Gebrauch in drei Minuten. Keine Lehrmeinung, keine Übernahme aus einer bestimmten Schule. Wir sagen das offen, damit niemand sie als Kanon zitiert.
Nutzung und Quellenangabe
Du darfst Sieben Blicke in deiner Lehre einsetzen, kostenlos und ohne Anfrage. Das gilt für Aus- und Weiterbildung, Supervision, Coaching-Ausbildung, Teamentwicklung und Hochschullehre, auch in kostenpflichtigen Veranstaltungen.
Wir bitten um die Quellenangabe, auf der Folie oder im Handout:
Sieben Blicke · ABIS GmbH – Institut für systemische Kompetenz, Leipzig · sieben-blicke.abis-in-leipzig.de
Rücksprache brauchen wir, wenn du die Übung unter eigenem Namen anbietest, sie in ein eigenes Produkt einbaust oder Bildschirmfotos so verwendest, dass der Eindruck einer Zusammenarbeit entsteht. Frag in dem Fall einfach. Wir sind gesprächsbereit.
Zum Zitieren
Für Skripte, Seminarunterlagen und wissenschaftliche Arbeiten:
ABIS GmbH – Institut für systemische Kompetenz (2026): Sieben Blicke. KI-gestützte Übung zum systemischen Perspektivwechsel. Leipzig. Online: sieben-blicke.abis-in-leipzig.de
Wenn du magst, schreib uns kurz, wo du sie eingesetzt hast. Nicht aus Kontrolle, sondern weil wir gern wüssten, in welchen Zusammenhängen die Übung nützlich ist. info@abis-in-leipzig.de
Wenn du selbst systemisch weiterlernen willst: Wir lehren das in Leipzig, seit 1992.
Zum ABIS Institut Aus- und Weiterbildungen in systemischer Beratung, Coaching und Therapie.Häufige Fragen
Darf ich Sieben Blicke in meiner Lehre einsetzen?
Ja, kostenlos und ohne Anfrage, in Aus- und Weiterbildung, Supervision, Teamentwicklung und Hochschullehre. Wir bitten nur um die Quellenangabe: Sieben Blicke, ABIS GmbH – Institut für systemische Kompetenz, Leipzig.
Brauchen die Teilnehmenden ein Konto?
Nein. Kein Konto, keine Anmeldung, keine Installation. Die Eingaben werden nicht gespeichert. Damit ist die Übung auch dann einsetzbar, wenn die Gruppe mit persönlichem Material arbeitet.
Wie lange dauert eine Runde im Seminar?
Die Übung selbst dauert etwa drei Minuten. Mit Einführung, paralleler Durchführung und Auswertung im Plenum plane rund 30 Minuten ein, mit Kleingruppenphase 45.
Was mache ich, wenn jemand ein schweres Thema einbringt?
Sag vorher, dass die Übung für Alltagsärger gemacht ist, nicht für Leid. Bei Gewalt, Übergriffigkeit, Trauer, Krankheit und erlittenem Unrecht ist Reframing das falsche Werkzeug. Diese Grenze gehört in die Einführung, nicht in die Auswertung.
Schreibt die Deutungen eine KI?
Ja. Die sieben Lesarten entstehen durch ein Sprachmodell nach einem festen systemischen Skript. Das gehört in die Einführung, und es ist ein guter Anlass, mit der Gruppe über Hypothesenhaltung zu sprechen: Eine Deutung ist ein Angebot, keine Wahrheit, ganz gleich wer sie formuliert.
Funktioniert das auch online?
Ja, und die Kleingruppenphase lässt sich in Breakout-Räume legen. Die Übung läuft im Browser, ohne Installation. Plane für Schritt 2 etwas mehr Zeit ein. Geteilte Bildschirme verführen dazu, die eigene Eingabe zu zeigen, und genau das soll sie nicht.
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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Geschrieben von der ABIS GmbH – Institut für systemische Kompetenz, Leipzig. Wir lehren systemisches Denken seit 1992.